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Ein Essen sorgt für Verwirrung

Autor: LenaKlaas | Datum: 26 Juni 2013, 11:10 | Kommentare deaktiviert

Schon sehr lange hatte ich die Idee und den Wunsch mit meinen engsten Freunden und meiner Familie eine Art "Deutschen Abend" zu machen. Zum Einen wollte ich mich bei ihnen für all die schöne Zeit bedanken und zum Anderen ihnen auch mal nen bisschen mehr Einblick in meine deutsche (Ess)Kultur geben.

Das ganze hat dann allerdings doch ein wenig Vorbereitungszeit gekostet, denn das wichtige Paprikapulver gibt es hier in keinem Laden zu finden. So wurde kurzer Hand von Gaby ein kleines Packet gepackt und zauberhafter Weise brauchte dieses Päckchen nichtmal 2 Wochen. Natürlich enthielt das Päckchen nicht nur Paprikapulver. Meine Seele wurde auch beglückt durch Kartoffelpüree, Hühnersuppe, Spargelcremesuppe und nochmal Pudding (auch für meine Gäste).

Auf dem Speiseplan stand Gemüsesuppe, gefolgt von Gulasch mit Kartoffeln und zum Abschluss Pudding in zweierlei Varianten - Vanille und Schoko. Wie gesagt, ich wollte das ganze ein wenig deutsch machen und so wurde zunächst gewartet bis alle da waren. Und natürlich wurde auch Gang für Gang gegessen. Große Verwirrung! "Wie, wir müssen mehrfach gehen und packen uns nicht alles in einem Mal auf den Teller?" Nachdem ich das Konzept dann aber nochmal erklärt hatte, folgten alle leicht skeptisch. Ach so, natürlich gab es auch Reis. Ich wollte ja keinen Abschrecken mit nur Kartoffeln. Obwohl ich es wiederum sehr witzig finde Reis mit Kartoffeln zu essen :)

Aber: Es hat allen geschmeckt!!! Das war ja meine größte Sorge. Gottseidank unbegründet. Und obwohl sich alle zuvor nicht kannten und es zuvor gefühlt einige Vorurteile gab, haben wir doch ziemlich schnell eine nette Unterhaltung aufgebaut und ein Freund meinte, dass hätte er früher gewusst, dass es hier so nett ist, er bestimmt öfter vorbeigekommen wäre :)

Gut gesättigt und zufrieden ist dann auch dieser Tag meiner letzten Woche hier vergangen.

Fazit des Tages: No Risk, no fun!

 

Ein paar Gedanken zum Thema Rassismus...

Autor: LenaKlaas | Datum: 15 Juni 2013, 06:17 | Kommentare deaktiviert

Gehe ich gemütlich spazieren oder auf den Markt einkaufen, wird mir ganz oft Buleh („Weißer“) oder Mister hinterhergerufen.

Bin ich mal wieder in einer anderen Gemeinde, um den Chor zu begleiten, kommen nachher ganz viele Menschen auf mich zu und bitten um ein Foto.

Beim Besuch einer Kaffee-Fabrik zusammen mit einem Freund, werde anschließend nur ich nach oben gebeten, um zusammen einen Kaffee zu trinken. Meinem Freund wird zwar unten auch Kuchen angeboten, aber mit hoch soll er nicht.

Das nur als ein paar kleine Beispiele, die mir hier in meinem Alltag immer wieder begegnen. Allem Gemeinsam ist, dass mich keiner von den Personen vorher kennt. Ich werde alleine zu etwas Besonderem durch mein nicht-indonesisches Aussehen und nicht durch irgendetwas, das ich geleistet habe. Obwohl es sich bei allem nur um Positives handelt, merke ich immer mehr, wie sehr mich das stört. Zum Einen, weil ich nicht immer „die Andere“ sein will und zum Anderen, weil es mir schwer fällt zu sehen, dass Leute, die mit mir zusammen sind, nur Aufgrund meiner Anwesenheit herab gesetzt werden.

Aus diesen Erfahrungen frage ich mich, wie es denn dann Leuten gehen muss, die aufgrund ihrer Herkunft keinen „positiven“ sondern „negativen“ Rassismus tagtägliche gegenüber stehen.

Ohne jetzt die große Lehrmeisterin raushängen zu lassen, aber ich persönlich werde versuchen immer stärker meine Vorurteile –positive als auch negative- abzubauen und weniger in Gruppen zu denken. Denn eigentlich hat man immer ein einzelnes Individuum vor sich stehen und nicht eine Weiße oder eine Deutsche oder …

Fazit des Tages: Manchmal muss man mal die andere Seite erleben, um den Gegenüber nicht nur intellektuell sondern auch emotional zu verstehen. Wenn man dazu keine Gelegenheit hat, dann sollte man jedoch versuchen, sich in die andere Seite hineinzuversetzen und das eigene Handeln aufgrund dessen noch einmal hinterfragen.

 

Aus dem Leben gegriffen...

Autor: LenaKlaas | Datum: 11 Juni 2013, 03:37 | Kommentare deaktiviert

Anders als eigentlich geplant wurde der letzte Nachmittagsunttericht nicht mit typische deutschem Essen zelebriert, sondern auf Wunsch meiner Schülerinnen haben wir zusammen Spaghetti Bolognese gekocht. Meinen Schülerinnen hat es geschmeckt und ich war glücklich endlich Leute gefunden zu haben, die sich freuen, wenn ich was Westliches koche. J

Mein letzter Tag in der Schule war auch wirklich sehr nett. Ich hatte frisch von meiner Gastoma gebackenen Kuchen mitgebracht und schneller als gedacht war dieser auch ratzefatz leer gegessen, obwohl wir nur zu 7. waren und der Kuchen echt groß…

Aber halt, ich fange ja mitten in der Woche an. Am Montag habe ich nämlich zum ersten Mal ganz alleine einen Vortrag über HIV/AIdS gehalten. Am Samstag zuvor hatte ich mich schon lange mit der Präsentation beschäftigt und nochmal alle Vokabeln raus gekramt. Da ich den Vortrag in meiner Schule gehalten habe, war ich auch nicht ganz so nervös, als wenn ich vor völlig fremden Menschen meine Premiere gehabt hätte. Nach dem Vortrag war ich dann jedoch ein ganz klitzekleines bisschen stolz auf mich, dass ich ohne wirkliche Hilfe einen Vortrag halten kann, der dann sogar auch noch verstanden wird.

Belohnt wurde diese Anstrengung dann am Dienstag. Leider musste ich nämlich schon meine erste kleine Verabschiedung feiern, da eine Freundin in den nächsten Tagen schon nach Java zu ihrer Familie fliegen wird. Mit Pizza –zugegeben ganz lecker, aber meeeeiiiileeeeen entfernt von „echter“ Pizza- einer Fotosession auf der Start- und Landebahn bei Sonnenuntergang und anschließendem Karaoke singen, haben wir meines Erachtens einen gebürtigen Abschied gehabt ;)

Groß-Koch-Aktion war dann wieder mal am Donnerstag angesagt. Aber es mussten ja nur 36 Mittagsessenspackete zusammen mit meiner Gastmama vorbereitet werden. Ein Klacks! :D

Am Freitagabend konnte ich mich dann noch ein 2. Mal behaupten, was das Thema Aufklärung angeht. In einem Dorf ca. 40 min entfernt habe ich dieses Mal vor allen Interessierten –Und na ja, dank meiner Hautfarbe, gibt es meistens sehr viele Interessierte.- ein wenig über das Thema geplauscht. Danach wurden wir dann zum Fußball gucken eingeladen. Samson, mein Freund aus der HIV/AiDS-Arbeit, war wirklich sehr Happy, war der Abend doch noch gerettet ;) Indonesien gegen Niederlande. Für wen war ich wohl? Keine Frage! INDONESIEN. Leider gehörte ich da der kleineren Gruppe an. Tsetsetse… Auch meine Versuche die Anwesenden umzustimmen halfen da nichts. Vor Schreck hat sich beim Backbanane essen, dann auch mein angeklebtes Stück Zahn endgültig verabschiedet und die Niederlande haben natürlich gewonnen… Trotzdem ein sehr gelungener, netter Abend!

Fazit des Tages: Orange trägt nur… :D

 

Heute ist der letzte äh.. die letzte Woche

Autor: LenaKlaas | Datum: 01 Juni 2013, 06:43 | Kommentare deaktiviert

Jetzt ist es schon soweit, meine letzte Woche ist schon zur Hälfte rum. Was denn für ne letzte Woche? Meine letzte Unterrichtswoche. Ab Donnerstag sind hier nämlich die Prüfungen und dann findet nicht, wie in Deutschland, der Unterricht normal weiter statt, sondern eine Woche ist Prüfung. Dann gibt es 2 Tage lang Nachtests, für die, die es beim ersten Mal nicht gepackt haben und dann heißt es auch hier F-E-R-I-E-N. Da die meisten meiner SchülerInnen in der Zeit zurück in ihre Dörfer fahren, findet ab dann auch leider kein Nachmittagsunterricht mehr statt. Hach, obwohl es doch gerade so gut lief ;)

Habe deswegen in der letzten Woche nochmal einiges an deutschen Liedern unters gemeine SchülerInnenvolk gebracht und es durfte Pfannkuchen verspeist werden. Am Mittwoch lade ich meine Nachmittagstruppe dann nochmal ein, um ein kleines Deutsches Mittagsessen zu machen. Es wird Gemüsesuppe –also Hühnersuppe ohne Huhn-, Gulasch mit Kartoffeln und Vanillepudding geben. Wenn irgendwer noch gute Rezepttipps hat, immer her damit.

Fazit des Tages: Es ist schon sehr komisch einigen Leuten jetzt schon Tschüss zu sagen.